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Angela & Waldemar

Die Geschichte des Dackels: Herkunft & berühmte Halter

Eine Zeitreise mit Angela & Waldemar

Kleine Beine.
Große Geschichte.

Vom mutigen Jagdhelfer zum Künstlerfreund und Kultbegleiter: Entdecke die Geschichte des Dackels – und die Menschen, die ihm verfallen sind.

Unsere Zeitreise beginnt ↓
Angela und Waldemar entdecken gemeinsam ein altes Geschichtsbuch, umgeben von Symbolen für Hofleben und Kunst

Ein Dackel im Wald. Ein Dackel auf dem Palastkissen. Ein Dackel im Atelier. Und schließlich einer auf deinem Sofa. Kaum eine Hunderasse lässt sich so mühelos in all diesen Bildern vorstellen.

Aber wie kam es dazu? Komm mit auf eine Reise durch die Geschichte des Dackels. Wir begegnen seinen jagdlichen Vorfahren, schauen auf die Anfänge der organisierten Zucht und lernen einige Hunde kennen, die selbst neben berühmten Menschen unübersehbar blieben.

01 · Die jagdlichen Wurzeln

Bevor es Sofas gab,
gab es Aufgaben.

Deutschland gilt als Ursprungsland der Rasse. Der FCI-Standard führt den Dackel auf Bracken zurück: Aus diesen Jagdhunden wurden niederläufige, also kurzbeinige Hunde entwickelt, die sich besonders für die Arbeit unter der Erde eigneten.[1]

Der historische Abriss reicht bis ins Mittelalter. Das bedeutet jedoch nicht, dass damals schon der heutige Rassedackel mit einem einheitlichen Erscheinungsbild existierte. Ein alter Jagdhundetyp und eine moderne, geregelte Hunderasse sind zwei verschiedene Dinge.

Im späten 17. und im 18. Jahrhundert wird die Herausbildung des Dackeltyps deutlicher. Deutsche Jäger und Forstleute entwickelten Hunde für ihre konkreten Aufgaben weiter – über Generationen, nicht nach dem Entwurf eines einzelnen Erfinders.[2]

Ein roter Dackel untersucht einen Bau im Wald; im Hintergrund folgt ein historisch gekleideter Forstmann
Illustrative Annäherung an die jagdlichen Ursprünge. Keine Rekonstruktion eines bestimmten historischen Ereignisses.

Kurze Beine

Spezialist für die Arbeit im Bau.

Feine Nase

Auf Spuren und Fährten zu Hause.

Großer Mut

Eigenständig, beharrlich und entschlossen.

02 · Der Name verrät den Beruf

Dachshund. Teckel. Dackel.
Immer derselbe Charakterkopf.

„Dachshund“ erinnert an die Arbeit am Dachsbau. Wer sich durch enge Gänge bewegen sollte, brauchte einen passenden Körperbau. Wer unter der Erde arbeitete, musste außerdem eigenständig handeln können. Mut, Beharrlichkeit und Selbstständigkeit waren dabei wertvolle Eigenschaften.[2]

Darin liegt ein historischer Hintergrund für den berühmten Dackeleigenkopf. Natürlich erklärt das nicht jede kleine Verhandlung über die Richtung beim Spaziergang. Es hilft aber, den Hund als ehemaligen Spezialisten ernst zu nehmen.

Dackel, Dachshund und Teckel bezeichnen dieselbe Rasse. Ein Teckel muss also nicht erst eine Jagdprüfung bestanden haben, um so heißen zu dürfen. Auf diesen Irrtum weist der Deutsche Teckelklub ausdrücklich hin.[3]

Seine Arbeit war übrigens nicht auf den Bau beschränkt: Auch Stöbern und das Verfolgen von Wundfährten gehören zu seinen jagdlichen Aufgaben.[1]

Waldemar blickt selbstbewusst zum Betrachter und legt seine Pfote auf den illustrierten Dackelstammbaum.

03 · Aus einem Hundetyp wird eine Rasse

Die Geschichte im Zeitraffer

Im 19. Jahrhundert bekommt die Zucht einen verbindlicheren Rahmen. Standards beschreiben das gewünschte Erscheinungsbild, Vereine organisieren die Zucht. Diese Daten helfen bei der Orientierung:

  1. Mittelalter

    Hier setzt der historische Abriss zu niederläufigen Jagdhunden im FCI-Standard an. Eine lückenlose Abstammungsgeschichte des heutigen Dackels ist das nicht.[1]

  2. 17. & 18. Jahrhundert

    Der Dackeltyp bildet sich deutlicher heraus und wird für jagdliche Aufgaben gezielt weiterentwickelt.[2]

  3. 1879

    Ein erster deutscher Rassestandard wird in der Fachliteratur genannt. Die Beschreibung der Rasse wird zunehmend vereinheitlicht.[4]

  4. 1888

    Im Juni wird der Deutsche Teckelklub gegründet – ein zentraler Meilenstein der organisierten Dackelzucht.[5]

  5. 1895

    Der Dachshund Club of America entsteht. Die Dackelbegeisterung ist längst über Deutschland hinausgewachsen.[4]

  6. 1955

    Am 1. Januar erfolgt die endgültige Anerkennung durch die FCI. Das ist ein Verbandsdatum, nicht das Geburtsjahr des Dackels.[6]

04 · Gesellschaftsfähig bis ins Schloss

Ein Platz auf dem
königlichen Kissen

Wer einen Dackel kennt, kann sich vorstellen, dass er auch in einem prächtigen Schloss nicht lange nach seinem Lieblingsplatz sucht. Seine Verbindung zu europäischen Herrscherhäusern ist tatsächlich dokumentiert.

Wilhelm II. und Erdmann

Kaiser Wilhelm II. hielt den Dackel Erdmann, der von 1890 bis 1901 lebte. Ein Gedenkstein im Bergpark Wilhelmshöhe erinnert an ihn. Das ist eine greifbare Spur einer persönlichen Beziehung, die weit über die Lebenszeit des Hundes hinausreicht.[10]

Margrethe und Tillia

Auch in jüngerer Zeit gehören Dackel zum höfischen Alltag: Auf offiziellen Geburtstagsporträts von 2024 ist Königin Margrethe von Dänemark mit Tillia auf Schloss Fredensborg zu sehen.[11]

Angela und Waldemar auf einer fantasievollen Zeitreise in einen historischen Salon mit einem roten Dackel auf einem Samtkissen
Angela und Waldemar zu Besuch in einer illustrierten höfischen Welt. Der rote Hund ist kein historisches Porträt Erdmanns oder Tillias.

05 · Dackel im Atelier

Kleine Musen großer Künstler

Manche Hunde sitzen Modell. Andere schlafen dabei einfach weiter. Dass ein Dackel zum künstlerischen Motiv wird, ist jedenfalls keine Erfindung unserer Malbücher.

Picasso und Lump

Der Fotograf David Douglas Duncan brachte seinen Dackel Lump zu Pablo Picasso. Der Hund blieb bei dem Künstler. Schon beim ersten Zusammentreffen bemalte Picasso einen Teller mit Lumps Bild. Duncan hielt diese besondere Beziehung später in einem eigenen Buch fest.[7]

Das Schöne an dieser Geschichte ist ihre Nähe zum Alltag: Ein Besuch, ein Hund, ein Teller – und plötzlich gehört auch der Dackel zur Kunstgeschichte.

Angela malt einen schlafenden roten Dackel im Atelier, während Waldemar neben ihr sitzt
Unsere eigene Atelierszene mit Angela und Waldemar – keine Darstellung Picassos und keine Kopie eines historischen Kunstwerks.

Stanley & Boodgie

David Hockneys Lieblingsmodelle

Hockney begann im September 1993, seine beiden Dackel intensiv zu zeichnen und zu malen. Dog Days versammelt Bilder dieser vertrauten Begleiter. Seine eigene Erläuterung macht deutlich, wie viel Zuneigung und genaue Alltagsbeobachtung darin stecken.[8]

Archie & Amos

Warhols Dackel im Privatleben

Die beiden Hunde gehörten zum Haushalt von Andy Warhol und Jed Johnson. Jeds Bruder Jay erzählt in einem Interview, wie fürsorglich mit ihnen umgegangen wurde. Seine Erinnerungen geben einen persönlichen Einblick hinter die öffentliche Künstlerfigur.[9]

06 · Menschen mit einem Herz für lange Hunde

Noch mehr berühmte Dackelfreunde

Eine kurze Reisebekanntschaft

John F. Kennedy

1937 kauften der junge Kennedy und sein Freund Lem Billings auf ihrer Europareise einen Dackel. Kennedy nannte ihn Offie, Billings Dunker. Wegen Kennedys allergischer Beschwerden verkauften sie ihn wenige Tage später in Den Haag weiter.

Die Episode ist durch Tagebücher und Fotos belegt. Ein Dackel im Weißen Haus war dieser Hund also nicht.[12]

Dackel in einer Architekturikone

Liliane Kaufmann

In Fallingwater, dem berühmten Haus von Frank Lloyd Wright, lebten in den 1930er- und 1940er-Jahren Langhaardackel. Liliane Kaufmann zog dort mehrere Würfe auf.

Diese Geschichte inspirierte später das Kinderbuch Moxie, the Dachshund of Fallingwater. Dessen Hundegesellschaft ist eine freie literarische Verarbeitung.[13]

Eine langjährige Dackelliebe

Bettina Böttinger

Die Moderatorin erzählt im VDH-Interview von 2015 von Piefke, Nicki und Finchen. Dackel begleiteten sie durch verschiedene Lebensphasen.

Über Finchen berichtet sie mit viel Humor und Zuneigung – eine Perspektive, die viele Dackelmenschen sofort wiedererkennen dürften.[14]

07 · Vom Jagdhelfer zur Ikone

Der Dackel wird Kult.

Die lange Silhouette ist schon mit wenigen Strichen erkennbar. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sich der Dackel so gut als Figur, Sammlerstück und Maskottchen eignet.

Ein Nicken aus dem Jahr 1965

Der Anbieter des „Original Wackeldackels“ datiert dessen Produktion in Deutschland auf 1965. Der kleine Hund mit dem beweglichen Kopf wurde zu einem eigenständigen Stück Dackelkultur.[15]

Waldi bei Olympia 1972

Für die Olympischen Sommerspiele in München wurde der bunte Dackel Waldi zum ersten offiziellen Sommerolympia-Maskottchen. Zur Geschichte seiner Gestaltung gehört neben Otl Aicher auch Elena Winschermann, später Schwaiger. Sie schildert ihre Mitarbeit selbst in einem ausführlichen Interview.[16][17]

Sogar ein eigenes Museum

Im Dackelmuseum in Regensburg begegnet man der Rasse als Sammlungsgegenstand. Dass ein einzelner Hundetyp ein ganzes Museum füllt, passt ziemlich gut zu seinem Ruf, mehr Raum einzunehmen, als seine Körpergröße vermuten lässt.[18]

Angela zeigt Waldemar eine Sammlung aus Dackelfiguren, einem Wackeldackel und einem gerahmten Dackelmotiv
Waldemar trifft seine dekorative Verwandtschaft. Eigene Illustration zur Dackelkultur.

08 · Noch eine kurze Frage …

Geschichte kurz erklärt

Wie alt ist die Hunderasse Dackel?

Das lässt sich nicht auf ein einziges Geburtsjahr reduzieren. Die jagdlichen Vorläufer reichen weit zurück; die moderne, organisierte Rassezucht wird vor allem im 19. Jahrhundert durch Standards und Vereine greifbar.[1][4][5]

Gab es Dackel schon im alten Ägypten?

Bilder kurzbeiniger Hunde sind noch kein Nachweis für eine direkte Abstammung des heutigen Dackels. Eine belastbare durchgehende Verbindung ließ sich für diesen Artikel nicht belegen. Deshalb beginnt unsere Geschichte bei den dokumentierten jagdlichen Wurzeln.

Sind Dackel und Teckel verschiedene Rassen?

Nein. Dackel, Teckel und Dachshund sind Bezeichnungen für dieselbe Rasse. Auch eine bestandene Jagdprüfung ist keine Voraussetzung für den Namen Teckel.[3]

Welcher berühmte Künstler hatte einen Dackel?

Zu den gut dokumentierten Beispielen gehören Picasso mit Lump, Hockney mit Stanley und Boodgie sowie Warhol und Jed Johnson mit Archie und Amos.[7][8][9]

Ist der Dackel heute nur noch ein Familienhund?

Nein. Seine Rolle als Begleithund besteht neben der jagdlichen Verwendung. Wer mit ihm lebt, sollte seine ursprünglichen Aufgaben und seine Freude an selbstständiger Nasenarbeit im Hinterkopf behalten.[3]

Die nächste Geschichte schreibt ihr gemeinsam

Vom Dachsbau bis zu deinem Lieblingsplatz.

Der Dackel hat an der Seite von Jägern gearbeitet, in Künstlerhäusern gelebt und sich auf königlichen Bildern verewigt. Heute beginnt sein nächstes Kapitel vielleicht genau dort, wo du gerade sitzt.

Und wenn er dabei auf deinem Platz liegt, kannst du immerhin sagen: Dieser Hund bringt Geschichte mit.

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